In unserer üblichen Tätigkeit als professionelle Genealogen unterstützen wir unsere Klienten bei der Erforschung ihrer Familiengeschichte und dem Nachweis ihrer Abstammung. Dazu nutzen wir in der Regel bereits vorhandene Informationen der Beteiligten. Oft ist es sinnvoll, sich vor Beginn der eigentlichen historischen Forschung unter den Verwandten zu erkundigen, welche Informationen noch verfügbar sind und nicht aufwendig (und/oder kostspielig) recherchiert werden müssen.
Sobald wir das bereits in der Familie vorhandene Wissen gesammelt und dokumentiert haben, beginnt die eigentliche Forschung. Mithilfe von Quellen, seien es Standesämter oder Archive wie Kirchenbücher, arbeiten wir uns Schritt für Schritt, Generation für Generation, in die Vergangenheit zurück. Dabei erfassen wir alle relevanten Daten und ihre Quellen nach den Kriterien der Geschichtswissenschaft und erstellen schließlich einen Stammbaum.
Während sich unsere Forscher üblicherweise auf die Vergangenheit richten, um die Vorfahren zu ermitteln, können wir in manchen Fällen dieselben oder ähnliche Verfahren auch umgekehrt anwenden. Kenntnisse über die verfügbaren Quellen zur Familienforschung sind auch dann hilfreich, wenn wir die Nachkommen einer historischen Person erforschen möchten. Dies ist beispielsweise bei der Erbenermittlung der Fall.
So oder so ist Ahnenforschung für uns immer spannend. Jeder Fall hat seine Besonderheiten. Im Folgenden berichten wir von einer Erfahrung, die selbst für uns etwas ungewöhnlich war, und in diesem Fall habe ich die ausdrückliche Erlaubnis, hier darüber zu sprechen:
Ein Filmteam kontaktierte uns und bat um ein Interview vor der Kamera. Es ginge um einen möglichen Rechercheauftrag, erklärten sie. Es sollte ein Film gedreht werden. Damit unsere Reaktion auf die Fragen vor der Kamera authentisch wirkte, wurde uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau gesagt, worum es gehen sollte.
Unser Interesse war geweckt. Neugierig willigten wir ein und luden das Filmteam in unser Büro ein. Wir setzten uns mit dem Regisseur an den Tisch und bekamen Kaffee angeboten, den ich vor lauter Nervosität prompt verschüttete. Und so saßen wir nun da, an unserem Tisch im Konferenzraum, umringt von einem Kamerateam. Eine ungewöhnliche Situation für uns.
Die Regisseurin erzählte anschließend ihre persönliche Geschichte. Sie ist italienischer Abstammung und kam als kleines Kind mit ihrer Mutter in die Schweiz, da diese Arbeit suchte. Die beiden wurden eine Zeit lang von einer Schweizer Familie aufgenommen. Die Regisseurin selbst erinnert sich nur bruchstückhaft an diese Zeit, und ihre Mutter spricht kaum darüber. Deshalb begann sie ihre Recherchen, und wir durften ihr helfen, diese Gastfamilie zu finden.
Wir nahmen die Herausforderung gerne an und begannen eine einmonatige Recherche. Die ersten Schritte fanden spontan vor der Kamera statt. Auch erste Ergebnisse wurden bereits erzielt. Gleich zu Beginn gab es emotionale Momente, die diesem Forschungsprojekt einen besonderen Charakter verliehen. Das Ergebnis? Bleibt vorerst ein Geheimnis! Aber Achtung: Wer es erfahren möchte, dem empfehle ich, sich den Film „Motherland“ von Miriam Pucitta in der zweiten Jahreshälfte 2022 anzusehen! Es lohnt sich.
Für weitere Informationen empfehle ich einen Besuch auf der Website der Produktionsfirma Mirafilm.